Gelassen stillen. 10 Punkte für den Start.

Stillen ist artgerecht, normal, manchmal auch „das Beste“. Für junge Eltern ist es aber auch oft eine gänzlich neue Erfahrung – da gibt es viel Unbekanntes, das verunsichert. Kurz und knapp sind jeweils 5 Punkte beschrieben, die für das Stillen völlig unnötig sind – oder richtig hilfreich.

The Big 5, die beim Stillen keine Mutter braucht

  1. Eine Uhr!
    Frau erspart sich dann die wiederkehrenden Gedanken „Wie, schon wieder?“, „Immer noch?“ und „Das hat jetzt aber gedauert“. Ohne Uhr stillt es sich entspannter. Erst recht in der Nacht.
  2. Blöde Kommentare – egal von wem. (Ausnahme: Kindsvater?)
    Keine Frau sollte sich rechtfertigen müssen, warum – wie oft – wie lange sie stillt. Oder vor hat zu stillen. Oder gestillt hat. Das ist allein eine Entscheidung von Mutter und Kind.
  3. Experten ohne Expertenwissen.
    Hebammen und Kinderärzte können Experten in Stillfragen sein – sind es aber nicht immer. Bei Stillfragen sind Stillfachpersonen die ExpertInnen, die mit Fachwissen weiterhelfen. Ehrenamtliche Stillberaterinnen finden sich bei der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen oder bei der La Leche Liga. Medizinisches Fachpersonal, das sich in Stillfragen auskennt, erkennt man an der Bezeichnung IBCLC.
  4. Strikte Rahmenpläne in Sachen Stillen, Schlafen und Beikost.
    Jedes Kind ist anders, daher helfen starre Pläne in der Praxis nicht. Auf das eigene Kind schauen, seine Bedürfnisse wahrnehmen und erfüllen, das ist die Grundlage einer guten (Still-)Beziehung.
  5. Angst.
    Stillen ist nicht so kompliziert, wie es vielleicht am Anfang erscheint. Mit etwas Übung läuft es bald ganz von allein. Also keine Panik. Die Milch reicht bestimmt und alles wird gut. Und wenn doch einmal eine Frage auftaucht, eine Stillfachperson kontaktieren.

The Big 5, die beim Stillen wirklich helfen

  1. Jemand, der einem beim Stillen ein großes Glas Wasser hinstellt.
    Vielleicht auch noch einen Obstteller oder etwas zum Knabbern. Im Idealfall bringt dieser Jemand auch noch ein Buch, den Laptop, die Fernbedienung oder das Telefon, wenn es mal etwas länger dauert.
  2. Austausch mit anderen Eltern.
    Der Mensch ist eine sozial erziehende Art – wir brauchen den Austausch mit anderen Menschen. Gegenseitige Unterstützung durch Eltern, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, hilft ungemein. Das relativiert die eigenen Probleme und hilft, wenn frau den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.
  3. Seelenfutter.
    Gute, ausgewogene Ernährung, aber auch mal Schokolade helfen, um bei Kräften zu bleiben. Das Leben mit einem Baby ist anstrengend genug, da verdient frau Futter, das die Seele nährt. Für die mit wenig Zeit sind Stillkugeln  eine passende Knabberei für zwischendurch.
  4. Ruhepausen.
    Stillpausen sind Ruhepausen, sie sind nicht dazu da, sich Gedanken darüber zu machen, was noch alles auf der To-do-Liste steht. Lieber den Helfer aus Punkt 1 losschicken, um Buch, Laptop, Fernbedienung oder Telefon zu bringen.
  5. Vertrauen in uns selbst und unseren Körper. In der Schwangerschaft haben wir es geschafft, unser Kind in uns wachsen zu lassen und es zu versorgen. Genauso können wir das auch in der Stillzeit.

 

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